Lösungen im Alltag

Rückengesundheit im Alltag: Sitzen, Arbeitsplatz, Schlafen

Das DSN Deutsches Skoliose Netzwerk ist für Menschen mit Skoliose-Erkrankung die erste Anlaufstelle. Durch eine bundesweite Vernetzung erhalten Betroffene Kontakte zu medizinischen Experten; zu Ärzten, Therapeuten, Orthopädietechnikern, Skoliose OP- und Rehakliniken und weiteren eingebundenen Organisationen zur Wirbelsäulen- und Rückengesundheit.

Das neue Skoliose Kompetenz Zentrum in Siegburg, verkehrsgünstig gelegen zwischen Köln und Bonn, als Kontakt und Anlaufstelle, bietet Rat suchenden Eltern und Erwachsenen alle Informationen, Aufklärung und Unterstützung an. Im Rahmen vertrauensvoller Einzelgespräche oder in zwei angeschlossenen Selbsthilfegruppen für Eltern /Jugendliche oder in der Erwachsenengruppe.

Dem Skoliose Zentrum angeschlossen ist eine Ausstellung zu folgenden Themen:

  • Schlafen auf Luft, ein für den Nutzer oder Patienten selbst individuell im Härtegrad einstellbares Luft-Schlafsystem
  • Rückengerechter Schreibtisch-Arbeitsplatz (Arbeiten im wechselnden Stehen – im Sitzen – im Sitzliegen)
  • Mitwachsende Jugendschreibtische (in Kombination mit einem Federdrehstuhl oder Kippelstuhl)
  • Federdrehstühle für ein gesundes, aktives und aufrechtes Sitzen
  • Wärme für den Rücken

Luft-Schlafsystem – Schlafen auf Luft

Weitere Infos zum Luft-Schlafsystem unter:
www.ergofit24.de

Skoliose-gerechte Drehstühle & Feder-Drehstühle

Besuchen Sie uns:

53721 Siegburg, Kaiserstraße 63 (in der Kaiserpassage)
Öffnungszeiten: Mo. – Sa., nach Termin-Vereinbarung
Infos & Termine: Telefon: 02241 – 200 58 03 oder 0228 – 88 60 906

Steh-Sitz-Dynamik

Büroarbeit – abwechselnd im Stehen oder Sitzen,
mit einem verstellbaren Arbeitstisch

Ideal: Bei der Bürozeit stehen und sitzen!

Der menschliche Körper verlangt nach Bewegung. Wer ständig sitzt, wird krank – selbst im perfekt angepassten Stuhl. Also lieber stehen statt sitzen? Schließlich verursacht auch längeres Stehen Beschwerden. Wie so oft liegt die Lösung in der Mitte. In diesem Fall im Wechsel zwischen sitzen, stehen und bewegen, so kommt Dynamik in die Büroarbeit, werden Körper und Geist aktiviert und stimuliert. Stehen bzw. sitzen belastet den Körper unterschiedlich. Beim Sitzen ist der Druck auf die Bandscheiben fast doppelt so hoch wie beim aufrechten Stehen. Deshalb sollte man bei der Schreibtischarbeit immer mal wieder aufstehen, um die Wirbelsäule zu entlasten. Der Wechsel von sitzen und stehen trainiert Rücken- und Beinmuskulatur, verbessert die Atmung, stimuliert Herz und Kreislauf, regt Verdauung und vegetatives System an. Im Stehen ist der Mensch wacher, reaktionsschneller und konzentrierter. Das Gehirn schaltet im Stehen 5 bis 20 Prozent besser als im Sitzen.

Arbeitsmediziner empfehlen als Formel für ideale Büroarbeit:
Maximal 50 % sitzen, etwa 25 % stehen, etwa 25 % bewegen.

Bezuschussung von rückengerechten Alltagshilfen

Wegweiser und Verfahrensweise zur Bewilligung rückengerechter Alltagshilfen durch den zuständigen Kostenträger.

1. Wo stelle ich einen Antrag?

  • Deutsche Rentenversicherung
  • Berufsgenossenschaft
  • Knappschaftsversicherung
  • Arbeitsamt

2. Wer kann einen Antrag stellen?
Jeder Versicherte, bei dem die berufliche Rehabilitation und das notwendige Hilfsmittel zur Aufrechterhaltung und Erhaltder Arbeitsfähigkeit und des Arbeitsplatzes dient.

3. Wer ist bei der Antragstellung oder bei Fragen behilflich?

  • behandelnde Arzt, Orthopäde, Betriebsarzt
  • der Reha-Berater der Rentenversicherung
  • der Reha-Berater des zuständigen Arbeitsamtes
  • der Reha- /Sozialberater der versorgenden Rehaklinik

4. Was brauche ich zur Antragstellung?

  • den Antrag auf Leistungen zur Rehabilitation und Zusatzfragebogen
  • das ärztliche Attest vom Facharzt (Orthopäde) oder den Entlassungsbericht
  • der behandelnde Klinik oder Reha-Klinik
  • eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung, bzw. Stellenbeschreibung
  • den Kostenvoranschlag eines qualifizierten Fachhändlers
  • alle genannten Unterlagen sind möglichst vollständig beim
  • zuständigen Kostenträger einzureichen – das verkürzt die Bearbeitungszeit.

5. Welche Hilfsmittel werden im Rahmen einer beruflichen Rehabilitation bewilligt oder bezuschusst?

  • höhenverstellbare Arbeitstische
  • Stehpulte
  • rückengerechte Bürostühle,
  • Athrodesentstühle
  • Autositze, LKW- /Bussitze
  • technische Arbeitshilfen
  • Transporthilfen im Betrieb

6. W i c h t i g !
Der Antrag muß vor der Anschaffung eines Hilfsmittels bei
einem zuständigen Kostenträger gestellt werden.zuständige Kostenträger sind:

  • Rentenversicherung: 15 Jahre versicherungspflichtige Beschäftigung oder
  • 5 Jahre versicherungspflichtige Beschäftigung und Heilverfahren mit anschließender Reha (AHB) oder wenn Rente ansteht.
  • Berufsgenossenschaft: nach Arbeits- oder Wegeunfall
  • Arbeitsamt: alle anderen Fälle unter 15 Jahren versicherungspflichtiger Beschäftigung.
  • Hauptfürsorgestelle: Studenten, Beamte oder Sonderfälle.
  • Voraussetzung: 50% GdB oder 30% GdB mit Gleichstellung.

 

Bürostuhl bei Skoliose

Individuelle Sitzergonomie bei Skoliose

Als Skoliose wird in der Medizin eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule mit gleichzeitiger Rotation der Wirbelkörper bezeichnet. Sie zählt zu den sogenannten Wachstumsdeformitäten und ist bei mehr als 90% der Betroffenen unbekannter Ursache. Die Mediziner sprechen hier von der sogenannten Idiopathischen Skoliose. Skoliosen entstehen in den meisten Fällen während der Wachstumsschübe in der Kindheit und der Pubertät. Frauen sind etwa viermal so häufig davon betroffen wie Männer.

ErgostuhlVonseiten der Arbeitsplatzergonomie betrachtet, stellen Skoliosepatienten eine besondere Aufgabenstellung dar. Eine Vielzahl von Menschen mit diesen Wirbelsäulen-Deformitäten wählen einen Beruf mit vorwiegend sitzenden Tätigkeiten. Bedingt durch die moderne Technik in unseren heutigen Büros sind dies dann in der Regel Bildschirmarbeitsplätze. Da Bildschirmarbeitsplätze schon an vollkommen gesunde Menschen ganz besondere Anforderungen in Bezug auf das Thema Arbeitsplatzergonomie stellen, kommt der Ausstattung von PC-Arbeitsplätzen für Menschen mit Skoliose-Fehlhaltungen eine besondere Verantwortung zu.

Da schon bei relativ geringer Verformung der Wirbelsäule eine vollflächige Unterstützung des Rückens durch eine normale Rückenlehnenausformung nicht mehr möglich ist. Ist eine "individuelle" Ausformung der Rückenlehne unerlässlich, wenn man hier eine ergonomisch korrekte Unterstützung bei der Arbeit gewährleisten will. Bei stärkeren Verformungen und bei älteren Skoliosepatienten kann durch eine individuelle Ausformung sogar eine gewisse Unterstützung im Bereich des sogenannten Rippenbuckels einer fortschreitenden Deformierung entgegenwirken. Hierzu sind allerdings spezielle Verstärkungen durch unterschiedliche Polstermaterialien notwendig.

Arbeitsschritte und Herstellung eines Skoliose-Stuhls:

  1. Gipsabdruck des Skoliose Betroffenen
  2. Anfertigung der ausgeformten Rückenlehne
  3. Probesitzen mit Möglichkeiten zu Korrekturen
  4. Fertigstellung mit Polsterung und Sitzbezug

Erst durch die Kombination von medizinischem Fachwissen und technischem Know-how entsteht eine Lösung, die für die Betroffenen eine ergonomisch korrekte Unterstützung und für den Kostenträger eine sinnvolle, kostengünstige Losung darstellt.

Training mit ela-spine

Rückentrainer: „ela – Spine“

Effizientes, mobiles Trainingsgerät für zu Hause und unterwegs

„ela“ steht für Elastizität. Eine Eigenschaft, die ein gesunder Rücken unbedingt haben muss: sämtliche Strukturen müssen aufeinander abgestimmt zusammenspielen, die Bandscheiben gut ernährt sein, die Muskeln und Faszien leicht übereinander gleiten, die Atembewegung in jeder Region des Rückens spürbar sein.

„spine“ steht für die Wirbelsäule (engl.), die in selbstdosierter Eigendehnung (und damit entlastet) mit differenzierten Bewegungen bearbeitet wird. Anders als bei apparativen Vorrichtungen oder umgekehrten Körperlagen, bleibt die Dehnung selbstkontrollierbar, physiologisch und subjektiv angenehm. So stellt sich neben einem erholten Wohlgefühl im Rücken auch ein nachhaltig gesundheitlicher Nutzen des Geräts ein – und das in leicht erlernbarer Eigentherapie.

Physiotherm

 

Wozu dient das ela-Spine?

Das ela-Spine hat zu allererst eine ent-lastende Funktion für die Wirbelsäule. Viele Rückenbeschwerden hängen mit einer zu starken oder einseitigen Belastung der Wirbelsäule zusammen. Als Reaktion darauf, werden Strukturen verschlissen (Bandscheibenvorfall), gereizt (Ischialgien), oder verklebt und verspannt (Fibromyalgien). Eine dosierte Entlastung dieser Strukturen führt häufig zu einer deutlichen Verbesserung der Schmerzsituation. Kombiniert mit Atmung und Bewegung lösen sich fasziale Verklebungen und die Wirbelsäule gewinnt an Beweglichkeit und Koordination. Durch wiederholte Anwendung findet eine Neuorganisation der betroffenen Strukturen statt und der Rücken wird wieder elastischer.

Das ela-Spine ist vorteilhaft für alle:

  • die öfter über Verspannungen des Rückens klagen,
  • die unter akuten und chronischen Rückenschmerzen leiden,
  • die sich unbeweglich fühlen und sich etwas Gutes tun wollen.
  • die auch ohne therapeutische Hilfe zu Hause oder Urlaub üben wollen.

Dabei ist von Vorteil, dass man die Übungen jedem Leidens- oder Leistungsniveau anpassen kann, sowohl was den Bewegungsspielraum, als auch was die Aktivierung beteiligter Muskeln betrifft: Anfänger widmen sich den dehnenden, entlastenden Übungen, verfeinern ihre Wahrnehmung für die Strukturen des Rückens. Fortgeschrittene beteiligen die Atmung und die Tiefenmuskulatur der Wirbelsäule, um deren Koordination spezifisch zu verbessern.

 

Brauche ich dafür einen Therapeuten?

Zum Gerät selbst bekommen Sie eine Anleitung, schriftlich und als DVD.
Die Übungen eignen sich durchweg zur Eigenanwendung zu Hause, trotzdem ist es natürlich von Vorteil, wenn ein Therapeut Ihres Vertrauens Ihnen bei der Durchführung zur Seite steht.
Fortbildungen für Therapeuten können außerdem gebucht werden.
Weitere Infos zu „ela-Spine“ unter: www.stefan-dennenmoser.de